have you ever seen the rain?

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Was soll man machen, wenn der Regen wie ein Zyklon über der Stadt hängt und man diese „Hoah-Hoah-Hoah-Vibes“ verspürt? Da kann ich nicht nur an der Fensterscheibe kleben und dem Regen beim Prasseln dagegen zusehen. Ich spüre den Drang nach draußen zu gehen, egal ob ich klitschnass werde.

Die Wolken hängen schwer am Himmel, aber das kurze Zeitfenster eignet sich um schnell ein paar Fotos zu schießen. Ich fahre immer einfach los, mit keinem richtigen Ziel – weder Destination, noch Absicht den Shot meines Lebens zu machen. Fotografieren ist Therapie und mit dem moody Wetter das Beste, was mir an diesem Samstagnachmittag in den Sinn kommt. Die Stadt umfahre ich weiträumig, habe keine Lust auf Menschen. Unten am Wasserwerk beginnt es zu regnen. Ich halte unter einer Eiche – und weiter bin ich auch nicht gekommen. Ich dachte: „Ach, nur ein kurzer Schauer:“ Ich habe eine knappe Stunde bei Platzregen zwischen Eiche und Anglerverein verbracht. Mit Regenschirm kein Problem, nur blöd, die Kamera mit einer Hand bedienen zu können. So wurde dieser eine Pfad zu meiner kleinen Kulisse und ich habe dort alles abgelichtet, was es zu sehen gab.

25mm an der Fuji sind meine perfekte Brennweite, doch die Nahstellgrenze könnte besser sein. Regenschirm also in der linken Hand, Kamera in der rechten. Mücken natürlich nicht zu vergessen. Der Regen wurde irgendwie immer stärker und ließ kleine Bäche auf dem Pfad entstehen, die obere Straße stand komplett unter Wasser. Ich habe mir die Bäume genauer angesehen, weil ich eine spannende Perspektive gesucht habe und die Freunde haben geschäumt. Unten an den Stämmen haben sich regelrechte Schaumberge gebildet – Saponine nennt man diesen Stoff, der sich aus der Rinde wäscht, wenn es stark regnet. Also beim nächsten Mal kann man gratis duschen und hat gleich Seife zur Hand.

Es ist die Magie dieser Momente, in denen die Natur von tausenden glänzenden Glasperlen bedeckt wird. Die Kontraste der vielen verschiedenen Töne lässt alles dunkler wirken. Es ist schwer für mich diese ohne hin schon farbenprächtigen Bider zu bearbeiten. Meine Presets gestalten sich heute irgendwie als schwierig. Zu unterbelichtet, nur eine Hand frei zum Fotografieren – nicht die besten Ergebnisse, aber das Erlebnis hat gezählt. Bin dann noch halbwegs trocken zu Hause angekommen. Morgen ein erneuter Versuch.

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