Fuji oder nicht fuji – das ist hier die frage

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Kennt ihr das, wenn man sich ein neues Spielzeug gekauft hat, es dann verstaubt in der Ecke liegt und ihr es dann ein halbes Jahr später wieder entdeckt? So ging es mir mit meiner neuen Fujifilm X-M5. Im November musste ich sie unbedingt haben, nachdem ich den Hype mit diesen ganzen Recipes/Film Simulationen gesehen habe. Ich war angesteckt von der Fujifilm X100VI, die tolle kompakte Hipsterkamera, die straight out of camera geile Bilder macht. Als ich den Preis gesehen habe dachte ich nur so: das sind 4 Monatsmieten, also eher nicht mein Budget. Dann ging die Suche wieder los.

Ich war früher Team Canon, aber seitdem ich auf Systemkameras gewechselt habe, ist Fujifilm mein treuer Begleiter. Erstmal sind die Kameras viel kleiner und sie sehen mega gut aus. Retrolook und die vielen Filmsimulationen haben es mir schon 2019 angetan. Seitdem habe ich nur noch mit dem System fotografiert und meine alte 70D ist in der Versenkung verschwunden. Neben meiner Hauptkamera wollte ich also etwas kleines für die Tasche – haha – Frauen und Handtaschen. Habe mir dann bei MPB immer verschiedene Modelle rausgesucht, habe auch mal Olympus ausprobiert, aber dann festgestellt – es ist alles nicht das Wahre. Ob die Fuji X-E2, die Olympus E-P7 – das sind tolle Kameras, aber irgendwie bin ich nicht mit ihnen warm geworden. Also habe ich sie wieder verkauft und mich dann auf die Suche nach einer anderen kleinen Kamera gemacht. Etwas Google hier und ein bisschen YouTube da – Fujifilm X-M5 oder doch die X100VI. Ich habe dann abgewogen, was für mich am meisten in Frage kommt: klein, praktisch, Wechselobjektiv und alle Funktionen der aktuellen Fuji-Flaggschiffe. Damit war die Entscheidung dann mehr oder weniger getroffen – die Fuji X-M5 sollte es sein. Die habe ich dann zu einem guten Preis gebraucht bekommen und war erstmal Feuer und Flamme. Was hab ich gesucht nach den tollen Filmsimulationen, die mir die lästige Arbeit mit Lightroom abnehmen sollten. So viel Auswahl und so tolle Ergebnisse – dachte ich. Ich bin losgezogen, der Herbst war schon fast vorüber und es ging in das regnerische Novemberwetter über. Ich habe Fotos gemacht, aber um ehrlich zu sein, war auch das sehr ernüchternd. Ich konnte mit diesen Recipes nicht die Ergebnisse erzielen, die ich mir vorgestellt hatte. Schon gar nicht mit dem Grain-Effekt, den ich unbedingt haben musste – ich mag Grain, in Lightroom gibt es immer eine kleine Prise, aber die Recipes habe mir echt die Stimmung verhagelt.

Nachdem ich dann gefühlt eine Weile die Kamera nur im Regal zu stehen hatte, dachte ich mir wieder – sie ist nicht das, was ich will. Also war ich schon wieder kurz davor sie zu verkaufen. Dann fiel mein Blick wieder auf die X100VI, aber dieses Ding ist einfach so umverschämt teuer, selbst secondhand. Ich habe versucht mir die Kamera und den Preis schön zu reden, doch dann machte es klick – das, was du willst, steht bereits in deinem Regal und sogar noch besser. Mein Blick fiel also wieder auf meine X-M5, die schon etwas staubig war. Ich dachte nur so: okay, wozu willst du soviel Geld für eine Kamera ausgeben, wenn du ja schon eine hast, die sogar noch mehr zu deinen Bedürfnissen passt? Also habe ich meinen schwarzen Diamanten entstaubt, mal alle Einstellungen zurückgesetzt und so getan, als ob die Kamera zum ersten Mal in der Hand halten würde. Tja und was soll ich sagen – es war eben Liebe auf den zweiten Blick.

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