Ride the lightning or the four horsemen

By

Ach ja, diese kühle Maiwoche fühlte sich doch ein bisschen nach Herbst an. Z. grummelte zuhause vor sich hin, dass er immer noch seine Winterjacke tragen muss. Innerlich freute ich mich etwas über die kalten Temperaturen, da es dann immer Moody Wetter gibt und das heißt Nebel oder Regen. Also zog ich los mit meiner zweiten Liebe, der X-M5 und versuchte diesmal mit den neuen Filmsimulationen zu arbeiten. Das Wetter war wirklich etwas surreal – zuerst monsunartiger Regen, dann Sonne, arktischer Wind und später sogar noch ein richtig donnerndes Gewitter. Meine Agathe und ich zogen also durch die Felder. Die dunklen Wolken am Horizont lagen noch in weiter Ferne. Der bunte Van Gogh Regenschirm begleitete mich aber trotzdem. Die üblichen Pfade bringen immer wieder Überraschungen mit sich.

So war es das kleine graue Fohlen auf der Koppel der Islandpferde. Ein flauschiger Freund, der neugierig alles beäugte und voller Lebensenergie vor sich hin sprang. Ein Blick zum Himmel machte mir klar, dass ich wohl gleich noch einen kleinen Monsun erleben würde. Die Wolken verdunkelten sich zunehmend und als ob ich es schon gewusst hätte , blieb ich unten an einer kleinen Brücke stehen. Der Regen setzte ein und daraus wurde richtig starker Hagel. Mir kamen noch ein paar Jäger mit ihren Hunden entgegen, die sofort ins Auto stiegen. Auf einmal blitzte es über die gesamte Straße und der Donner ließ den Boden erzittern. Ich finde Gewitter immer sehr angenehm und spannend, aber für einen kurzen Augenblick fühlte ich mich etwas verloren. Ich harrte also noch etwas aus und versuchte ein paar Fotos zu schießen als es wieder blitzte und donnerte. Es sah wahrscheinlich aus der Ferne etwas ulkig aus – eine Frau steht unten am Bach mit einem Gemälde von “Sternenacht” über sich und versucht bei Starkregen einhändig Fotos zu machen – Gott save den Autofokus.

10 Minuten später packte ich alles zusammen und machte mich auf den Weg nach Hause. Und dann kam urplötzlich wieder die Sonne zum Vorschein und ließ die Regentropfen wie tausend glänzende Diamanten aussehen. Also verschob ich meinen Plan nach Hause zu fahren wieder und machte mich auf den Weg zum See. Das Licht war magisch nach dem Gewitter. Zu meinem Glück konnte ich sogar noch den Biber beobachten, der sehr entspannt am Ufer entlang schwamm und sich nicht stören ließ. Zurück auf dem Weg nach Hause türmten sich die Wolken am Horizont, in den Senken der Felder bildete sich ein wenig Dunst. Die Stimmung war sehr mystisch und ich konnte sie zumindest etwas festhalten, hatte natürlich kein Stativ dabei. Regenschirm oder Stativ – die Entscheidung fiel nicht leicht.

Zum Schluß mit dem Blick aufs Weizenfeld bot sich mir ein spektakulärer Blick auf die Gewitterwolken. Das satte Grün der Felder und der vom Sturm zerstörte Himmel waren für mich ein krönender Abschluss. Memo an mich selbst – habe meinen Objektivdeckel irgendwo dort verloren. Zuhause habe ich mich dann durch die Bildergalerie gearbeitet und war mit dem neuen Recipe ganz zufrieden. Zwar nicht alles  straight out of camera, aber ein bisschen Lightroom musste dann doch sein. Ich habe nur mit dem Viltrox 25mm f1.7 gearbeitet und musste feststellen, dass es doch einige Schwächen hat, besonders mit dem Autofokus bei schwierigen Lichtverhältnissen. Aber die Bildschirmlupe und manuelles Fokussieren haben dann doch gut geholfen, um im schummrigen Licht die Schärfe zu treffen. Ich fotografiere eh am liebsten manuell, aber manchmal bin ich auch bequem oder habe nur eine Hand frei. Also egal welches Wetter herrscht – es gibt immer ein magisches Fenster, das sich zum Fotografieren öffnet. Egal, ob nach dem Sturm oder ein abendlicher Spaziergang –  man findet immer ein Motiv.

Posted In ,

Hinterlasse einen Kommentar